©Photo : © Sandra Meyndt
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Sequenzielle graphische Kunstwerke erzählen meistens Geschichten. Oft sind die Erzählungen populär; sie wollen ihr Publikum dafür gewinnen, dass es liest und dass es weiterliest. In vielen populären Comicgenres spiegeln Ästhetiken der Spannungserzeugung diese Absichten wider. Bei genauerer Betrachtung passt die tatsächliche Inszenierung dieser Spannung jedoch kaum einmal zur Publikumswerbung oder auch nur zum Rezeptionsangebot. Hier stoßen wir auf die Paradoxien der Fiktion und der Spannung: Warum muss ich wissen, wie es dieser Figur ergehen wird, wenn es die Figur doch gar nicht wirklich gibt? Und warum verfolge ich auch dann noch mit Spannung die Erzählung ihres Schicksals, wenn ich dieses aus Genregewohnheiten recht sicher vorhersagen kann?
Der Vortrag geht unterschiedlichen Kunstgriffen der Spannungserzeugung an drei besonders populären Beispielen nach: Dem franko-belgischen Abenteuercomic im Ligne Claire-Stil von Tintin, bekannten Beispielen aus US-amerikanischen Superheld:innengeschichten, und einigen Comicmemoiren.
Stephan Packard hat den Lehrstuhl für Kulturen und Theorien des Populären an der Universität zu Köln inne. Er forscht unter anderem zu visueller Kultur, zu Problemen der Fiktionalität und Fakultät sowie zu Formen der medialen Kontrolle von Zensur.