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Accueil > Agenda > Madame Köpenick
18
janv.
20
janv.
Famille

Madame Köpenick

kideaz copyright theatre casemates madame kopenick ©Photo : kasematentheater
De 20h00 à 21h20
Théâtre des Casemates - 14 Rue du Puits, 2355 Luxembourg

Cette description n’existe pas en français.

Uraufführung
Eine Komödie von Guy Helminger

mit Brigitte Urhausen und Michael Schrodt
Regie Kay Wuschek
Bühne und Kostüme Dagmar Weitze
Videoinstallation Ernest Thiesmeier
Assistenz Sara Goerres

Reservierung: [email protected]

„dem Köpenicker gefällt es außerordentlich gut in Luxemburg, da er sich mit Ehegedanken trägt und sich in der Landeshauptstadt niederzulassen gedenkt. Eine schöne und lustige Witwe hält sein Herz dauernd gefangen“ Obermosel-Zeitung vom 4. Juni 1909

Wilhelm Voigt, wie der „Hauptmann von Köpenick“ mit richtigem Namen hieß, starb vor 100 Jahren, am 3. Januar 1922, in Luxemburg. Sein Husarenstück, als er am 16. Oktober 1906 als Hauptmann verkleidet mit einem Trupp gutgläubiger Soldaten in das Rathaus von Köpenick eindrang und die Stadtkasse raubte, ist als Köpenickiade sprichwörtlich in die deutsche Sprache eingegangen. Auch die damalige Medienlandschaft interessierte sich gleich für die Geschichte und zum Prozess reiste die gesamte Weltpresse an. Carl Zuckmayer machte daraus 1931 ein Theaterstück, das zum Dauerbrenner wurde. Diese Berliner Geschichte wurde so zum Volksmythos, aber wie ging es weiter mit der Person Voigt? Ganz modern versuchte dieser, nach seiner Entlassung, Geld mit seinem plötzlichen Ruhm zu verdienen, produzierte eine Grammofonaufnahme, veröffentlichte Postkarten und ein Erinnerungsbuch, ging auf große Tournee und verkaufte Autogramme.

Als Voigt im Jahr 1909 nach Luxemburg kam, war er bereits 60 Jahre alt und hatte insgesamt 30 Jahre im Zuchthaus verbracht. Doch was passierte in Luxemburg? Eigentlich war er ja nur auf der Durchreise, aber hier machte er, nach seinem Auftritt, Bekanntschaft mit einer jungen Witwe: Frau Émilie Blum-Bernier. Erstaunlich rasch wohnte er dann auch zur Miete bei Frau Blum in einem Haus in Luxemburg-Stadt. Luxemburg ist ein neutrales Land und gewährt ihm Sicherheit vor den deutschen Behörden. Doch dass er seine letzten 13 Lebensjahre dann auch in seiner neuen Heimat geblieben ist, dabei spielte diese Frau sicher eine wichtige Rolle. Ohne sie hätte der gelernte Schumacher wohl nie in Luxemburg Fuß gefasst. Sie war Dreh- und Angelpunkt, er selbst in alten Strukturen verfestigt. Während es über Frau Blum so gut wie keine persönlichen Aufzeichnungen gibt – ein kurzes Interview mit der sogenannten „Madame Köpenick“ fand im Jahre 1935 statt – weiß man von Voigt, dass er gerne weiterhin in seiner erfundenen Uniform durch die Straßen lief. Hatte er die Bedeutung seiner Geschichte und den Grund seines Ruhms wirklich verstanden? Offensichtlich hatte er das Herz eines Darstellers, dem die Rolle wichtiger war, als die Wirklichkeit. Grund genug dieses Spiel auf die Bühne zu bringen.

Der Luxemburger Autor Guy Helminger hat eine zeitgenössische und vielschichtige Beziehungs-komödie über das Paar und ihre Zeit geschrieben. Eine Zeit, die es in sich hat: Der 1. Weltkrieg, das Aufkommen der Suffragetten und des Feminismus, Erfindungen, die Spanische Grippe, Angst vorm Halley’schen Kometen, eine immer globalisiertere Öffentlichkeit… – eine Zeit, die der unsrigen in vielerlei Hinsicht erstaunlich nah ist. Das Kasemattentheater freut sich dabei besonders, dass es für diese Uraufführung, die renommierte Berliner Vaganten Bühne als Koproduzenten gewinnen konnte.

janvier, 2022

Cet événement se répète

14jan - 15jan 1420 h 00 minjan 15Madame Köpenick20 h 00 min - 21 h 20 min (15) Théâtre des Casemates, 14 Rue du Puits, 2355 LuxembourgTypologie:En famille

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Détails de l'évènement

Uraufführung
Eine Komödie von Guy Helminger

mit Brigitte Urhausen und Michael Schrodt
Regie Kay Wuschek
Bühne und Kostüme Dagmar Weitze
Videoinstallation Ernest Thiesmeier
Assistenz Sara Goerres

Reservierung: [email protected]

„dem Köpenicker gefällt es außerordentlich gut in Luxemburg, da er sich mit Ehegedanken trägt und sich in der Landeshauptstadt niederzulassen gedenkt. Eine schöne und lustige Witwe hält sein Herz dauernd gefangen“ Obermosel-Zeitung vom 4. Juni 1909

Wilhelm Voigt, wie der „Hauptmann von Köpenick“ mit richtigem Namen hieß, starb vor 100 Jahren, am 3. Januar 1922, in Luxemburg. Sein Husarenstück, als er am 16. Oktober 1906 als Hauptmann verkleidet mit einem Trupp gutgläubiger Soldaten in das Rathaus von Köpenick eindrang und die Stadtkasse raubte, ist als Köpenickiade sprichwörtlich in die deutsche Sprache eingegangen. Auch die damalige Medienlandschaft interessierte sich gleich für die Geschichte und zum Prozess reiste die gesamte Weltpresse an. Carl Zuckmayer machte daraus 1931 ein Theaterstück, das zum Dauerbrenner wurde. Diese Berliner Geschichte wurde so zum Volksmythos, aber wie ging es weiter mit der Person Voigt? Ganz modern versuchte dieser, nach seiner Entlassung, Geld mit seinem plötzlichen Ruhm zu verdienen, produzierte eine Grammofonaufnahme, veröffentlichte Postkarten und ein Erinnerungsbuch, ging auf große Tournee und verkaufte Autogramme.

Als Voigt im Jahr 1909 nach Luxemburg kam, war er bereits 60 Jahre alt und hatte insgesamt 30 Jahre im Zuchthaus verbracht. Doch was passierte in Luxemburg? Eigentlich war er ja nur auf der Durchreise, aber hier machte er, nach seinem Auftritt, Bekanntschaft mit einer jungen Witwe: Frau Émilie Blum-Bernier. Erstaunlich rasch wohnte er dann auch zur Miete bei Frau Blum in einem Haus in Luxemburg-Stadt. Luxemburg ist ein neutrales Land und gewährt ihm Sicherheit vor den deutschen Behörden. Doch dass er seine letzten 13 Lebensjahre dann auch in seiner neuen Heimat geblieben ist, dabei spielte diese Frau sicher eine wichtige Rolle. Ohne sie hätte der gelernte Schumacher wohl nie in Luxemburg Fuß gefasst. Sie war Dreh- und Angelpunkt, er selbst in alten Strukturen verfestigt. Während es über Frau Blum so gut wie keine persönlichen Aufzeichnungen gibt – ein kurzes Interview mit der sogenannten „Madame Köpenick“ fand im Jahre 1935 statt – weiß man von Voigt, dass er gerne weiterhin in seiner erfundenen Uniform durch die Straßen lief. Hatte er die Bedeutung seiner Geschichte und den Grund seines Ruhms wirklich verstanden? Offensichtlich hatte er das Herz eines Darstellers, dem die Rolle wichtiger war, als die Wirklichkeit. Grund genug dieses Spiel auf die Bühne zu bringen.

Der Luxemburger Autor Guy Helminger hat eine zeitgenössische und vielschichtige Beziehungs-komödie über das Paar und ihre Zeit geschrieben. Eine Zeit, die es in sich hat: Der 1. Weltkrieg, das Aufkommen der Suffragetten und des Feminismus, Erfindungen, die Spanische Grippe, Angst vorm Halley’schen Kometen, eine immer globalisiertere Öffentlichkeit… – eine Zeit, die der unsrigen in vielerlei Hinsicht erstaunlich nah ist. Das Kasemattentheater freut sich dabei besonders, dass es für diese Uraufführung, die renommierte Berliner Vaganten Bühne als Koproduzenten gewinnen konnte.

HORAIRES

14 (Vendredi) 20 h 00 min - 15 (Samedi) 21 h 20 min

Localisation

Théâtre des Casemates

14 Rue du Puits, 2355 Luxembourg

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Ah ! Bonne question,

attends je regarde

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