Votre event sur l'agenda

Avec des centaines d'events chaque semaine, on partage tout en famille chez Kideaz. Faites-nous part de vos évènements.

Proposez votre structure

Vous souhaitez partager et faire découvrir une de vos adresses favorites ? N'hésitez plus.

Pour les Professionnels

Proposez votre crèche / foyer de jour sur Kideaz.

Accueil > Agenda > „I don’t take sides. I take pictures.” – Krichsjournalismus am Film
06
juin
Famille

„I don’t take sides. I take pictures.” – Krichsjournalismus am Film

kideaz copyright event cinestarlight  i dont take sides i take pictures krichsjournalismus am film ©Photo : CineStarlight
De 10h00 à 12h00
CineStarlight
CineStarlight - 1b, rue du Centenaire, L-3475 Dudelange Luxembourg

Cette description n’existe pas en français.

Kriegsjournalist:innen nehmen im Kino eine besondere Stellung ein: Sie sind zugleich Zeugen und Akteure, die durch ihre bloße Anwesenheit jene Kriege mitgestalten, die zu dokumentieren sie vorgeben. Seit den 1970er Jahren hat das Kino dieses Spannungsfeld wiederholt thematisiert und dabei eine eigene Mythologie des Kriegsreporters geschaffen – vom heroischen Bilderjäger bis zur moralisch zerrissenen Chronistin.

Michelangelo Antonionis Professione: Reporter (1975) stellt die existenzielle Frage nach der Identität des Berichterstatters, wenn sein desillusionierter Protagonist mitten in der nordafrikanischen Wüste die eigene Biographie gegen die eines Toten tauscht. Roland Joffés The Killing Fields (1984) verhandelt vor dem Hintergrund des Roten-Khmer-Regimes die Frage, wer das Recht hat, die Geschichten anderer zu erzählen, während Oliver Stones Salvador (1986) den Kriegsjournalisten als moralisch kompromittierte Figur zeigt. In Roger Spottiswoodes Under Fire (1983) verdichtet sich das ethische Grunddilemma in einer einzigen Szene: Ein US-Fotograf in Nicaragua soll ein Bild fälschen, um die Revolution zu retten. Europäische Produktionen haben das Genre um eigene Perspektiven erweitert – Volker Schlöndorffs Die Fälschung (1981) führt einen deutschen Journalisten in den libanesischen Bürgerkrieg, Michael Winterbottoms Welcome to Sarajevo (1997) reflektiert am Beispiel des Bosnienkriegs die Frage, wann Beobachtung in Intervention umschlagen darf. Alex GarlandsCivil War (2024) entwirft ein verstörend nahes Szenario: Kriegsjournalist:innen, die im eigenen Land an die Front gehen und damit die vermeintlich sichere Distanz zwischen „uns” und „den Anderen” aufheben.

Ein abschließender Blick gilt den dokumentarischen Arbeiten der Gegenwart: 20 Days in Mariupol (2023) von Mstyslav Chernov und No Other Land (2024) von Basel Adra, Yuval Abraham, Hamdan Ballal und Rachel Szor verschieben die klassische Reporterfigur hin zu einer Haltung, in der das Dokumentieren nicht mehr von der eigenen Geschichte zu trennen ist.

Der Vortrag fragt, wie das Kino die Spannung zwischen dem Imperativ, hinzuschauen, und der Unmöglichkeit, das Gesehene angemessen zu vermitteln, inszeniert: Welche Bildethik entwickeln Filme über das Bildersammeln im Krieg? Wie verhandeln sie die Grenze zwischen Dokumentation und Voyeurismus, zwischen Aufklärung und Spektakel? Anhand ausgewählter Filmausschnitte führt der Vortrag von Antonionis existenzieller Reporter-Reflexion über die klassischen Reporterdramen bis zu den selbstreflexiven Arbeiten der Gegenwart.

juin, 2026

6juin10 h 00 min- 12 h 00 min„I don't take sides. I take pictures." – Krichsjournalismus am Film10 h 00 min - 12 h 00 min CineStarlight, 1b, rue du Centenaire, L-3475 Dudelange LuxembourgTypologie:En famille

Plus

Détails de l'évènement

Kriegsjournalist:innen nehmen im Kino eine besondere Stellung ein: Sie sind zugleich Zeugen und Akteure, die durch ihre bloße Anwesenheit jene Kriege mitgestalten, die zu dokumentieren sie vorgeben. Seit den 1970er Jahren hat das Kino dieses Spannungsfeld wiederholt thematisiert und dabei eine eigene Mythologie des Kriegsreporters geschaffen – vom heroischen Bilderjäger bis zur moralisch zerrissenen Chronistin.

Michelangelo Antonionis Professione: Reporter (1975) stellt die existenzielle Frage nach der Identität des Berichterstatters, wenn sein desillusionierter Protagonist mitten in der nordafrikanischen Wüste die eigene Biographie gegen die eines Toten tauscht. Roland Joffés The Killing Fields (1984) verhandelt vor dem Hintergrund des Roten-Khmer-Regimes die Frage, wer das Recht hat, die Geschichten anderer zu erzählen, während Oliver Stones Salvador (1986) den Kriegsjournalisten als moralisch kompromittierte Figur zeigt. In Roger Spottiswoodes Under Fire (1983) verdichtet sich das ethische Grunddilemma in einer einzigen Szene: Ein US-Fotograf in Nicaragua soll ein Bild fälschen, um die Revolution zu retten. Europäische Produktionen haben das Genre um eigene Perspektiven erweitert – Volker Schlöndorffs Die Fälschung (1981) führt einen deutschen Journalisten in den libanesischen Bürgerkrieg, Michael Winterbottoms Welcome to Sarajevo (1997) reflektiert am Beispiel des Bosnienkriegs die Frage, wann Beobachtung in Intervention umschlagen darf. Alex GarlandsCivil War (2024) entwirft ein verstörend nahes Szenario: Kriegsjournalist:innen, die im eigenen Land an die Front gehen und damit die vermeintlich sichere Distanz zwischen „uns” und „den Anderen” aufheben.

Ein abschließender Blick gilt den dokumentarischen Arbeiten der Gegenwart: 20 Days in Mariupol (2023) von Mstyslav Chernov und No Other Land (2024) von Basel Adra, Yuval Abraham, Hamdan Ballal und Rachel Szor verschieben die klassische Reporterfigur hin zu einer Haltung, in der das Dokumentieren nicht mehr von der eigenen Geschichte zu trennen ist.

Der Vortrag fragt, wie das Kino die Spannung zwischen dem Imperativ, hinzuschauen, und der Unmöglichkeit, das Gesehene angemessen zu vermitteln, inszeniert: Welche Bildethik entwickeln Filme über das Bildersammeln im Krieg? Wie verhandeln sie die Grenze zwischen Dokumentation und Voyeurismus, zwischen Aufklärung und Spektakel? Anhand ausgewählter Filmausschnitte führt der Vortrag von Antonionis existenzieller Reporter-Reflexion über die klassischen Reporterdramen bis zu den selbstreflexiven Arbeiten der Gegenwart.

HORAIRES

(Samedi) 10 h 00 min - 12 h 00 min

Localisation

CineStarlight

1b, rue du Centenaire, L-3475 Dudelange Luxembourg

@ Kideaz

In this new 2024 edition of the family guide, specially re-edited in English, we offer you over 400 addresses to discover with your family.

We’ve divided our selection by region, so you can organize your outings to discover different places in the same geographical area.

Attendez!!!
Vous n'avez pas encore tout vu...

X